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Die Linde in Herpersdorf

 

Linden waren schon seit Urzeiten ein beliebter Treffpunkt, ob als Dorflinden, Gerichtslinden oder Tanzlinden.

Tanzlinden sind geleitete Linden, die oft auch Podeste trugen.

 

Einige Merkmale sprechen dafür, dass es sich auch hier um eine geleitete Linde handelt. So erkennt man etwa in knapp drei Metern Höhe noch viele Aststummel, die vermutlich - wie der letzte verbliebene Ast in dieser Höhe -  in eine horizontale Wuchsrichtung gezwungen und abgestützt wurden.

Aststummel Linde

 

 

 

 

 

 

 

 

Ob nun wie bei den echten Tanzlinden  auch in der Baumkrone oder nur unter dem Baum getanzt wurde, ist unbekannt.

Sicher ist aber, wie ein altes Inserat der damaligen Besitzer beweist, dass hier auch getanzt wurde.

Einladung

 

Wie auf den kleinen Bildern zu erkennen ist, scheint es sich bei diesem Baum um mehrere Stämme zu handeln, die im Laufe der Jahre mehr oder weniger "verschmolzen" sind. Deshalb führt eine Altersbestimmung nach A. Mitchell vermutlich nicht zum Ziel. Mitchell hatte herausgefunden, dass sich der Umfang von Bäumen jedes Jahr duchschnittlich um 2,5 cm erhöht, was einer Jahresringbreite von ca. 4 mm entspricht. Das trifft aber nur auf regelrecht gewachsene Bäume zu und dabei werden auch keinerlei Standort-bedingungen oder sonstige Wachs-tumsfaktoren berücksichtigt.

 

Deshalb erscheint auch die Pflanzung durch  Jakob Kolerus anno 1732 plausibel.

Dieser aus Groß-Zimmern ("Klaa Paris" bei Darmstadt)  stammende Jakob Kolerus kam auf dem Rückweg aus Italien, wo er vermutlich als Söldner diente,  1719 nach Herpersdorf. Dort pachtete er zunächst die Schmiede um sie 1731 zu kaufen. 1732 soll er dann die Linde gepflanzt haben.

 

Linde1

 

 

Linde

Bildarchiv: Silke Dotterweich

LindeMai2015

 Aufnahme Mai 2015

 

 

 

 

Erzählt wird auch, dass sich Johann Rückel (1912 - 1994) als kleiner Bub im Inneren der Linde versteckt haben soll. Damals lag das Wurzelwerk noch weiter frei und so könnte es einen Zugang gegeben haben, der sich aber im Laufe der Zeit immer weiter verschloß.

 

Vielleicht gelingt der Epigenetik in den nächsten Jahren der große Durchbruch und man kann das Alter von Lebewesen und Pflanzen über die DNA bestimmen. Dann wären alle Zweifel beseitigt und man müsste den Baum nicht anbohren oder fällen, um die Ringe zählen.

 

Siehe auch die Epigenetische Uhr  ein Artikel von W. W. Gibbs über den Biomathematiker Steve Horvath (erschienen bei spektrum.de).

 

 

Bilder von Tanzlinden:

Tanzlinde in Peesten:   Bild 1 Bild 2

Tanzlinde in Limmersdorf: Bild 1 Bild 2

Tanzlinde in Langenstadt (Neupflanzung 1989): Bild 1

Tanzlindenmuseum in Limmersdorf

 

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